Schatten im Land

Vor etwa einem Jahr schrieb von Korf einen Text, der leider immer aktueller wird. Es geht um den langsamen, aber stetigen Prozess, der Verbreitung und des Sichtbar-werdens rechtsextremen Gedankenguts. Von der (Auch in Westdeutschland) weit verbreiteten Formal “man darf es ja nicht sagen, aber …” bis zum laut herausgerufenen und in Zukunft auch im Deutschen Bundestag zu hörenden Gedankengut. Wir haben jetzt den Song zu diesem Text fertiggemacht. Er heisst “Schatten im Land”, ihr könnt ihn bei Bandcamp (und natürlich auch hier) hören und mitnehmen. Von den Verkäufen des Songs gehen 50 % der Erlöse an die Beratung für Opfer rechter Gewalt “Back Up” in Dortmund.

Von Korf auf der Ausklang

Es freut mich sehr, mit Von Korf die letzte Party des Stammtisch Mortale eröffnen zu dürfen: am kommenden Samstag, den 23.09. um 18:00 Uhr. Draußen, vor der Skatehalle in Osnabrück. Kommt zahlreich! Wir haben zwei Stunden Zeit, um den Korfschen Kosmos aus Atmosphäre, Groove, verlangsamter Zeit und Textattacken entstehen zu lassen.
Der Stammtisch entstand vor 10 Jahren aus verschiedenen Gruppen und Personen, um Technoparties zu veranstalten, die einer bestimmten Art des Tuns verpflichtet waren: respektvoll, unkommerziell, witzig, überraschend. Es wird nie das Programm eines Abends veröffentlicht. Es gibt keine Werbung mit großen Namen (oder kleinen), die Leute sollen kommen, weil sie sich auf das Gesamtkunstwerk freuen. In diesem Sinne möge es auch dieses Mal gelingen.

Da waren´s nur noch drei …

Ich mag es gar nicht, Nachrufe zu schreiben. Vielleicht liegt es daran, dass ich in dieser Textgattung (gottseidank) noch sehr ungeübt bin, vielleicht daran, dass ich mich ungern erinnere. Aber dann denke ich, Morgenstern´s Von Korf wäre sicher ganz pflichtbewusst der Idee nachgegangen, eine Art Nachruf für eine geliebte Person zu schreiben, mit der er die Zusammenarbeit leider beenden musste. Na ja, er hätte es einfach gehabt, Christian Morgenstern hätte ihm einen entsprechenden Text gereimt, und er wäre sogar noch lustig gewesen.

Einen derartigen Dienstleister habe ich nicht zur Hand, also muss es so gehen: Ralph Lather wird zum Sommer 2017 unsere kleine Band verlassen. Ein zeitraubendes Referendariat hat ihm schon seit geraumer Zeit die Mitarbeit verwehrt, und nun kommt es noch dicker: Er hat Arbeit gefunden! Das ist an sich ja schon bedauernswert, viel überraschender ist jedoch, er hat Arbeit in Ostdeutschland gefunden. Ja, das gibt es tatsächlich! Und zwar an einer Schule. Auch die gibt es noch, auf dem Land, in Ostdeutschland. Und so wird er gehen und uns fehlen.

Wir hatten ja bereits Zeit, uns an das oszillieren als Trio zu gewöhnen und haben Spass daran gefunden, von daher fallen wir nicht in ein Loch. Aber es ist doch eine einschneidende Zäsur. Schließlich hat Ralph dieses Projekt lange Jahre mit geprägt. Eine ganze Weile lang waren wir nur zwei Gitarren und zwei Stimmen. Möge Ralph in Nordostdeutschland schnell Freunde und musikalischen Anschluss finden, wir in Nordwestdeutschland werden ihn vermissen.

Tom Waits Coverset beim B.B. Olsen Gedächnisturnier

Hallo Allerseits,

long time no see… doch wir tauchen kurz auf:

Übermorgen, am Freitag den 20.03. spielen wir ein Set mit Coverversionen von Tom Waits bzw. Marc Ribot. Beim näheren Hinsehen stellt sich nämlich heraus, dass der bei allen Lieblingsliedern die Gitarre spielt. Das B.B. Olsen Gedächnisturnier ist dafür der perfekte Ort, immerhin war er selbst großer Fan. Also, kommt vorbei, vermutlich werden wir es nur dies eine Mal tun.

Ort: Freitag, 20.3. beim 5. B.B. Olsen-Gedächtnisturnier (Osnabrück, HdJ/Bocksmauer)
Eintritt: 5,- € – Benefiz-Konzert für “Freizeit für Flüchtlingskinder”

Lesung und Konzert: Dirk Bernemann und Von Korf

Hallo liebe Gemeinde,

dies ist kein Weihnachtsgrussgedöns. Ich schreibe euch, weil wir kurzfristig mit Dirk Bernemann im Big Buttinsky spielen. Kurzfristig heisst: jetzt am kommenden Freitag.

Dirk Bernemann ist Autor und Musiker und betritt das Big Buttinsky für eine Lesung. Dort erwarten ihn Von Korf, um Musik und Text Ping Pong zu spielen, vielleicht mit einer gemeinsamen Session als Abschluss.

Dirk Bernemann schreibt Bücher mit Titeln wie “Asoziales Wohnen” oder “Kotzen am Gefühlsbuffet”.

Recht beachtlich ist auch sein an Wilhelm Busch angelehnter Gedichtzyklus “Max und Murat”, in dem zwei Ghettokids im Bürgerviertel marodieren gehen.

Sein neuestes Werk heisst “Ich bin der glücklichste aller unglücklichen Menschen”.

Fr. 05.12.2014, 21:00 Uhr, pay after.

http://bigbuttinsky.com/

http://www.dirkbernemann.de/

Es würd mich freuen, euch zu sehen.

Privatkonzert: Inversion in Wersen

Von Korf geht in den Landkreis, das war schon lange Plan. Für den Anfang zusammen mit der altgedienten Südkreisformation Spoon (hiessen auch schon mal gar nicht oder ‘Herrenabend’). Wir spielen bei Gastfreunden auf einer Diele in Wersen bei Osnabrück, und zwar am Freitag, den 03.10.2014.
Zusammen werden wir uns dem Geist des Krautrock nähern und vor allem improvisierte Rockmusik präsentieren.
Wer eingeladen werden und nähere Infos erhalten möchte, der schreibe an den kosmischen Booker: funkel@gelduntergang.biz
Update: Die Amps sind verladen, die DJs für die rundum-Musik sind gebucht, wir freuen uns!

Explodierendes Plastik und Markenhochzeiten

Es gibt Momente, in denen fühle ich mich ganz klein und rückständig und mein Kopf dreht sich. Mir wird schwindelig weil eine plötzliche Entdeckung mein ganzes Weltbild für ein paar Sekunden auseinandernimmt.
Solches geschah soeben, als ich nach Marcel Engh, dem Verfasser von “Popstars als Marke: identitätsorientiertes Markenmanagement für die musikindustrielle Künstlerentwicklung und -vermarktung” recherchierte.
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Relevant und gar nicht schrullig – Die Goldenen Zitronen live im Gleis 22, 30.01.2014

Schon die Bühne sieht herrlich aus. Ein Sammelsurium von Geräten, die jahrzehntelang in kalten, dunklen Proberäumen stehen und immer wieder geduldig darauf warten, benutzt zu werden. Bis auf eine Akai MPC scheint kein Gerät jünger als 20 Jahre alt zu sein, viele haben deutlich mehr auf dem Buckel. Alte Orgeln, obskure Verstärker und hinten in der Ecke ein halbverwester VOX AC 30 mit lose in Streifen herabhängender Lautsprecherbespannung, dazu eine Dialeinwand aus den 1960er Jahren und ein verwarzter Videoprojektor. Keine Pedalboards, keine Marken, keine Potenz.
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